school's out, pills in
Fahrt zum Arzt in die Stadt, in der ich aufwuchs.
Vom Bahnhof aus mit der Buslinie, die ich in meiner Kindheit und präabituriellen Jugend jeden Tag fuhr. Heute wurden in den Schulen Nordrhein- Westfalens die Zeugnisse vergeben und während ich zwischen all den Kindern sitze, spüre ich an meinen Fingerkuppen, einem Phantomschmerz gleich, selbst das Gefühl der vorsichtig zusammengerollten Klarsichthülle. Merkwürig sind die Kinder. Mehrere Schulen liegen auf dem Weg der Linie, zwischendurch steigen neue ein, entdecken Bekannte, steuern geradewegs auf sie zu, schütteln ihnen die Hand, wenden sich dann aber, ohne auch nur ein Wort gesagt zu haben, ab und setzen sich allein auf einen Sitz. Einige haben ihren Kopf auf die Nackenlehne des Vorderplatzes abgelegt und starren so sehr nach unten, dass kein Gesicht zu erkennen ist. Andere kreischen und rennen herum und bewerfen sich mit halbvollen Milchtüten. Ihnen allen gemein scheint eine merkwürdige Mischung aus Depression, unbestimmter Wut, Resignation und Autismus, die Besatzung des Busses wirkt komplett wie dem Skizzenblock von Yoshimoto Nara entsprungen.
Ich gehe zum Arzt, hole mir das Rezept, löse es in der Apotheke ein und fahre die Strecke mit ähnlichen Beobachtungen zurück. Da ich mein Medikament wegen der Knappheit und der fehlenden Möglichkeit, eher zum Arzt zu gehen, in den letzten Tagen gefährlich herunterdosieren musste, reisse ich die frische Packung dann auf einer dreckigen Zugtoilette auf und habe somit immerhin den wahrscheinlich demütigendsten Moment des Tages bereits zu einer Uhrzeit durchlebt, zu der ich sonst oft erst aufstehe.
Vom Bahnhof aus mit der Buslinie, die ich in meiner Kindheit und präabituriellen Jugend jeden Tag fuhr. Heute wurden in den Schulen Nordrhein- Westfalens die Zeugnisse vergeben und während ich zwischen all den Kindern sitze, spüre ich an meinen Fingerkuppen, einem Phantomschmerz gleich, selbst das Gefühl der vorsichtig zusammengerollten Klarsichthülle. Merkwürig sind die Kinder. Mehrere Schulen liegen auf dem Weg der Linie, zwischendurch steigen neue ein, entdecken Bekannte, steuern geradewegs auf sie zu, schütteln ihnen die Hand, wenden sich dann aber, ohne auch nur ein Wort gesagt zu haben, ab und setzen sich allein auf einen Sitz. Einige haben ihren Kopf auf die Nackenlehne des Vorderplatzes abgelegt und starren so sehr nach unten, dass kein Gesicht zu erkennen ist. Andere kreischen und rennen herum und bewerfen sich mit halbvollen Milchtüten. Ihnen allen gemein scheint eine merkwürdige Mischung aus Depression, unbestimmter Wut, Resignation und Autismus, die Besatzung des Busses wirkt komplett wie dem Skizzenblock von Yoshimoto Nara entsprungen.
Ich gehe zum Arzt, hole mir das Rezept, löse es in der Apotheke ein und fahre die Strecke mit ähnlichen Beobachtungen zurück. Da ich mein Medikament wegen der Knappheit und der fehlenden Möglichkeit, eher zum Arzt zu gehen, in den letzten Tagen gefährlich herunterdosieren musste, reisse ich die frische Packung dann auf einer dreckigen Zugtoilette auf und habe somit immerhin den wahrscheinlich demütigendsten Moment des Tages bereits zu einer Uhrzeit durchlebt, zu der ich sonst oft erst aufstehe.
edelbitter - 6. Jul, 13:58
LOB ;)
Gefällt mir sehr ;)